Stadtplaner und Fußgängerlobbyist setzt auf „Verkehrsverpuffung“ wegen gesperrter A100
Bevor wir zum Frühstück ins Lenkrad beißen, lauschen wir den Worten des Stadtplaners Roland Stimpel vom Fachverband FUSS e.V.: „Es wird alles halb so schlimm“, schreibt er und verlinkt den Wikipedia-Artikel über „Verkehrsverpuffung“. Der handelt davon, dass sich bei lokaler Verkehrsberuhigung keineswegs die gesamte Blechlawine in benachbarte Straßen verlagert, sondern insgesamt weniger Autos unterwegs sind: „Der Pendler- und Wirtschaftsverkehr bestreitet nur 37 Prozent der Berliner Autofahrten“, schreibt Stimpel mit Verweis auf die letzte Mobilitätsbefragung. „51 Prozent dienen dagegen der Freizeit und privaten Erledigungen“. Da seien Ziele, Routen und Verkehrsmittel flexibler.
Gebot der Stunde sei, Bus und Bahn in der City-West zu verstärken und auf den Ausweichstraßen die Verkehrsregeln durchzusetzen. Der im Vergleich zur Premiere am Donnerstag schon deutlich weniger schlimme Freitag scheint Stimpels Verpuffungsthese zu bestätigen. Die Autobahn GmbH dürfte seit Monatsbeginn mehr für die Verkehrswende in Berlin getan haben als der aktuelle Senat seit seinem Start.