Brauchen Berlins U-Bahnen Drehkreuze?

Zeit, dass sich was dreht in Berlin. Nicht nur, aber gerade auch in der U-Bahn, wo regelmäßige Verspätungen auf sichtbare Verlotterungen treffen, wirkt die Stadt zuweilen unterirdisch. Nun sollen Drehkreuze dabei helfen, das Sicherheits- und Sauberkeitsgefühl der Fahrgäste zu erhöhen. Das zumindest wünscht sich CDU-Fraktions-Verkehrssenator Dirk Stettner und fragt: „Das funktioniert in der ganzen Welt, warum soll es nicht in Berlin funktionieren?“ Tja, warum nicht? 400 Millionen Euro würden die Zugangssperren für alle 175 U-Bahnhöfe kosten. Stettner würde diese Kosten gerne auf die Ticketpreise umlegen. Der Koalitionspartner baut dafür aber schon eine Zugangssperre auf. „Wir müssen uns darüber unterhalten, wie wir die U-Bahnhöfe sauber halten und sicher machen“, meint SPD-Verkehrsexperte Tino Schopf. „Aber neue Drehkreuze haben da keine Priorität.“

Vorrang hat in Deutschland sowieso der Denkmalschutz, unter dem 22 U-Bahn-Stationen stehen und der mögliche Umbauten erschwert. Auch die BVG tritt auf die Bremse und lässt wissen: „Unser U-Bahn-System ist über 100 Jahre alt und baulich sehr unterschiedlich – viele Stationen sind zu schmal oder statisch nicht darauf ausgelegt, Sperren einzubauen.“ Tja, da kann man wohl nichts machen. Oder was denken Sie, liebe Leserinnen und Leser?