75-jährige Berlinerin „zu alt“ für Impfeinladung

Nach stundenlangem Warten in der Senats-Hotline wird einer Seniorin gesagt, sie solle nicht mehr anrufen – sie sei „zu alt“, um einen Impfcode zu erhalten. Von Anke Myrrhe

75-jährige Berlinerin „zu alt“ für Impfeinladung
Foto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

Alle über 70-Jährigen haben eine Impfeinladung erhalten, haben wir hier gestern euphorisch verkündet. „Das ist leider gelogen“, schreibt uns eine verzweifelte 75-Jährige. Mehrfach hat sie unter der angegebenen Adresse der Gesundheitsverwaltung nachgefragt (Mails liegen dem Checkpoint vor), warum sie noch immer keinen Impfcode erhalten habe, während ihr etwas älterer Mann bereits doppelt geimpft ist. Sie solle bitte nicht noch einmal schreiben, bekam sie als Antwort.

In der Hotline, bei der sich Über-60-Jährige ohne Einladung melden können, sagte man ihr nach Stunden in der Warteschleife, sie sei zu alt: Die Grenze liege leider bei 69. „Ich bin fast vor Wut geplatzt!“, schreibt sie. „Jeden Tag: der Gang zum Briefkasten, ohne Erfolg! Ich muss im Melderegister von Berlin sein, da man mir pünktlich die Wahlunterlagen schickt. Ich wohne seit 1987 unter derselben Adresse.“ Email-Adresse und Handynummer hat sie beigefügt. „Mir ist völlig egal, mit welchem Präparat ich geimpft werde, Hauptsache, geimpft!“ Aufruf an alle, die egal was zum Impfen haben: Wir reichen die Einladung gern weiter.

Und wenn Sie jetzt ein paar positive Impfgeschichten gebrauchen können: Bitteschön.