„Die eine Erklärung gibt es nicht“: Berlins FDP-Chef Meyer sieht viele Gründe für das Scheitern

Das D-Day-Papier, Elon Musk, und die Migrationsdebatte: Berlins FDP-Chef Christoph Meyer spricht nach dem verpassten Bundestagseinzug der Liberalen über die Fehler der Partei. Von Daniel Böldt.

„Die eine Erklärung gibt es nicht“: Berlins FDP-Chef Meyer sieht viele Gründe für das Scheitern
Foto: dpa / Christoph Soeder

Letzte Station auf unserer Partei-Achterbahnfahrt: die FDP. Bei der Wiederholungswahl 2023 flog die bekanntlich aus dem Abgeordnetenhaus. Nach der Wahl am Sonntag müssen auch die zwei FDP-Bundestagsabgeordneten, Christoph Meyer und Daniela Kluckert, ihre Sitze räumen. Das Ergebnis sei ein „herber Schlag“, wie Berlins FDP-Chef Meyer dem Checkpoint sagte.

Die eine Erklärung gebe es laut Meyer nicht. „Wir haben zu lange erwartet oder besser gehofft, dass die beiden linken Partner bereit sind, mit uns die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen entscheidend zu verbessern.“ In der Konsequenz hätte man nicht so lange an der Ampel festhalten dürfen.

Zudem nennt er die „mediale Aufregung um das sogenannte ‚D-Day-Papier‘“, der man nicht entschieden genug entgegengetreten sei. Der Verweis auf die unternehmerischen Erfolge von Elon Musk sei durch „seine politische Positionierung zur AfD entwertet“ worden. Die „inhaltlich richtige Migrationsdebatte“ habe am Ende weder der Union noch der FDP geholfen.

Dennoch geht der Blick für die Berliner FDP nach vorn. Schon im März soll ein neues Grundsatzprogramm beschlossen werden. Auf Social Media beweist der Landesverband zurzeit Humor und wirbt mit folgender Weisheit um Mitglieder: „Wenn der Kurs am Boden liegt, soll man einsteigen.“ Klingt vielversprechend, wenn da nicht diese andere Börsenweisheit wäre:

Never catch a falling knife.