Krise auf dem Berliner Wohnungsmarkt: Grüne wollen möbliertes Vermieten auf Zeit verhindern

Der Bezirk will befristet möblierte Vermietungen eindämmen. Berlinovo bietet tausende solcher Wohnungen an. Befürworter betonen Flexibilität und Kritiker sehen fehlenden Wohnraum. Von Lorenz Maroldt und Jessica Gummersbach.

Krise auf dem Berliner Wohnungsmarkt: Grüne wollen möbliertes Vermieten auf Zeit verhindern
Foto: IMAGO / Christian Ditsch

… oder auch um den Kampf gegen „Möblierte Wohnungen“ – solche können auf der Website der Partei gemeldet werden, mit Foto, Name und Anschrift des Vermieters. Laut Grünen-Stadtrat Florian Schmidt werden „inzwischen die meisten angebotenen Mietwohnungen befristet und möbliert vermietet“ – zu stark überhöhten Preisen. Das will der Bezirk untersagen. Wie viele solcher möblierten Wohnungen die landeseigene Berlinovo vermietet, wollte jetzt die FDP-Verordnete Marlene Heihsel von Schmidt wissen – der Stadtrat musste passen: „Dem Bezirk liegt keine Übersicht über den Immobilienbestand der Berlinovo vor.“ (Q: Drs. SA/548/VI)

Da helfen wir doch gerne nach: Derzeit vermietet die Berlinovo, eine Gesellschaft des Landes Berlin, insgesamt 11.000 Wohneinheiten möbliert und zeitlich befristet (Q: Finanzverwaltung) – zu Preisen weit über dem Mietspiegel. Und ein Blick auf die Website des Unternehmens zeigt auch Angebote im Kreuzberger Milieuschutzgebiet, z. B. in der Stresemannstraße: 28 qm für 924 Euro – macht 33 Euro pro qm.

Befürworter dieser Wohnform verweisen auf Studierende, Auszubildende oder auch temporär in Berlin Beschäftigte, für die eingerichtete Apartments vorteilhaft sind.

Gegner kritisieren, dass denjenigen, die dauerhaft in Berlin leben wollen, bezahlbarer Wohnraum entzogen wird.

Und was meinen Sie?