Verkehrschaos An der Wuhlheide
Längst nicht mehr stabil sind Berlins Brücken. Nach dem Abriss der Ringbahnbrücke, dessen Schutt die westliche Strecke der Ringbahn säumt, bröckelt nun die Brücke An der Wuhlheide ihrem Ende entgegen. Für den sowieso von Umleitungen und massiven Bauarbeiten, etwa am Bahnhof Köpenick, gestressten Bezirk im Südosten der Stadt ist die nun angeordnete Sperrung auch für darunter durchfahrende Fahrzeuge nicht weniger als eine Katastrophe. Denn unter der Brücke mit ihren langen Rampen, welche die Edisonstraße/Treskowallee überfährt, verlaufen die einzige Straßenverbindung zwischen Karlshorst und Oberschöneweide sowie die einzigen Straßenbahnschienen zwischen dem Köpenicker Netz und dem restlichen Berliner Netz. Nun sind Staus und Umwege lang.
Die marode Spannbetonbrücke, eröffnet noch in der DDR kurz vor dem Mauerfall, sollte vor allem einem flüssigen Autoverkehr dienen, wird aber nach Angaben der Grünen mit nur 16.000 Autos pro Tag vergleichsweise wenig befahren. Bezirksbürgermeister Oliver Igel (SPD) fordert nun vom Senat „sofort ein tragfähiges Verkehrskonzept, welches zukunftsfähig ist“. Das müsse nicht heißen, dass man die alte Brücke wieder aufbauen müsse. Aber: „Auf jeden Fall muss der Abriss ähnlich schnell wie an der Ringbahn realisiert werden.“ Berlin feiert den Abriss – allerdings ohne Party.