Berlin will mehr Hilfe für Moria
Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) hat Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) aufgefordert, weitere Flüchtlinge aus Griechenland aufzunehmen. „Die Aufnahme von 50 unbegleiteten Minderjährigen wird die Situation vor Ort kaum entspannen können“, schreibt Geisel in einem Brief. Im Flüchtlingscamp Moria auf Lesbos leben zurzeit statt 3.000 mehr als 20.000 Menschen auf engem Raum, es gibt kaum Schutz gegen das Coronavirus. Das einzige Krankenhaus ist schon lange überlastet. „Ich bin überzeugt, Deutschland kann mehr“, heißt es weiter. Auch wenn Deutschland aktuell mit der Bewältigung der Coronavirus-Krise beschäftigt sei, gebe es eine „humanitäre Verpflichtung, für Mitmenschlichkeit und Nächstenliebe einzustehen“, schreibt Geisel. Er erneuerte sein Angebot, dass allein Berlin 70 Geflüchtete aufnehme, auch Schwangere und chronisch Kranke, nicht nur Kinder. Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne) hatte im Tagesspiegel sogar angekündigt, Berlin könne kurzfristig 500 bis 1.500 Flüchtlinge aufnehmen. Nur: ohne den Bund geht das nicht. Seehofer, auf die Brücke!