Wohnungsnot zum Semesterstart: Studierende bleiben länger im Wohnheim
Grund für die niedrige Fluktuation ist die aktuelle Situation auf dem Wohnungsmarkt, die es für Studierende nahezu unmöglich macht, bezahlbaren Wohnraum zu finden. Von Jessica Gummersbach
Von der Termin- zur WG-Suche: Wer ab dem Wintersemester in Berlin studiert, fahndet spätestens jetzt nach einer Bleibe. Keine spaßige Angelegenheit: Auf dem Portal „WG gesucht“ sind Zimmer unter 400 Euro/Monat die Ausnahme, üblich sind 500 bis 600 Euro. In Kreuzberg oder Mitte werden teils 12 Quadratmeter für 700 oder 800 Euro angeboten. Wohnheimplätze sind deutlich günstiger (durchschnittlich 336,56 Euro) – und entsprechend heiß begehrt.
Auf der Warteliste stehen mehr als 3850 Bewerberinnen und Bewerber, schreibt Jana Judisch vom Studierendenwerk auf Checkpoint-Anfrage. Bislang wurden für das Wintersemester nur 845 Neuverträge abgeschlossen. Ein Grund ist die mangelnde Fluktuation. Noch 2020 hätten Studierende im Schnitt 29 Monate im Wohnheim gewohnt, inzwischen seien es 33. „Wir gehen stark davon aus, dass dies am gestiegenen Mangel an Alternativen auf dem freien Wohnmarkt liegt“, schreibt Judisch. Sie rät Erstsemestern, Wohnraum an den Stadträndern zu suchen. „Viele Studierende wollen natürlich am liebsten im AB-Bereich wohnen. Hier ist es aber im Grunde unmöglich, bezahlbaren Wohnraum zu finden.“