Pflichtbesuche in KZ-Gedenkstätten? Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten ist skeptisch
Grundsätzlich wird die Initiative der Bundesbildungsministerin begrüßt, doch die Kapazitäten der Gedenkstätten reichen nicht aus, um die hohe Anzahl der Besucher durch verpflichtende Schulbesuche zu bewältigen. Von Jessica Gummersbach
Ein Besuch in einer KZ-Gedenkstätte sollte für Schülerinnen und Schüler verpflichtend sein – das fordert die neue Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU). Die Fahrten müssten fest im Lehrplan verankert und im Unterricht intensiv vor- und nachgearbeitet werden. Für eine im Kern gute Idee hält das die Berliner Bildungsverwaltung: Mit der Finanzierung von Gedenkstättenfahrten habe man gute Erfahrungen gemacht, heißt es auf Checkpoint-Anfrage. Positiv äußerte sich auch die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten, die unter anderem die KZs Ravensbrück und Sachsenhausen betreut. Allerdings könnten die Gedenkstätten mit ihrer aktuellen Ausstattung den Ansturm verpflichtender Schulbesuche kaum bewältigen. Und ein Lernerfolg hänge stark von der freiwilligen Bereitschaft der Schülerinnen und Schüler ab – ein Pflichtbesuch sei deshalb „eher kontraproduktiv“.