Linksaktivist wegen Pups angezeigt

Es stimmt schon: Auch der Checkpoint sollte nicht über jeden kleinen Furz berichten. Außer über diesen hier: Die in Hamburg beim G-20-Gipfel als Berliner Pinkel-Polizei aufgefallene Einheit 23 sorgt weiter für dicke Luft. Denn ihr Gruppenleiter hatte, wie hier schon berichtet, in der Rigaer Straße einen pupsenden Linksaktivisten angezeigt. Der Vorwurf: „Beleidigung und Ehrverletzung einer Beamtin durch Flatulenz“. Gegen den dafür verhängten Strafbefehl von 900 Euro klagte der Mann vorm Amtsgericht. Die Richterin nahm schnell Luft aus der Sache und stellte das Verfahren nach fünf Minuten ein. Nun aber wollte der Linke-Abgeordnete Sebastian Schlüsselburg noch wissen: Wie viel Anstrengung hat die Stadt diese Luftnummer gekostet? Antwort des Justizverwaltung: Insgesamt wendeten 23 Dienstkräfte für das Verfahren 17 Stunden und 13 Minuten Arbeitszeit auf. Aber das sei noch lange kein Grund, „das Absehen von der Strafverfolgung nach dem Opportunitätsprinzip zu rechtfertigen“. Opportun scheint also weiter Berlins inoffizielles Polizeimotto: Sie wollen nur spülen.