Berlinerin aus Teheran wird „Miss Germany“

Vielleicht erzählen wir uns diese Geschichten zu selten, Geschichten von Hoffnung und Aufbruch. Eine hat am Wochenende die Berlinerin Apameh Schönauer geschrieben. Die 39 Jahre alte Architektin ist im Europapark Rust zur „Miss Germany“ gekürt worden – in dem Wettbewerb wird längst nicht mehr nach alten Schönheitsidealen ausgewählt, sondern nach neuen Rollenbildern des Engagements. Schönauer, geboren in Teheran, setzt sich für Frauenrechte ein und unterstützt die Demokratiebewegung in ihrer Heimat. Ihre Familie war nach Deutschland gezogen, „damit meine Schwester und ich in Freiheit leben können“. Mit Blick auf die Zuwanderungsdebatten sagte sie am Rande ihrer Wahl: „Ich glaube, Deutschland muss die Arme etwas weiter aufmachen und zulassen, dass wir bunter werden.“ Zugewanderte müssten sich andererseits mehr auch auf die deutsche Kultur einlassen. Am Montag war Schönauer zurück in Berlin bei ihrer Familie und postete auch ein Bild von sich am Schreibtisch. „Ich sitze wieder an meinem Arbeitsplatz, weil große Architektur-Projekte vor der Tür stehen“, ließ sie wissen. Aufbruch beginnt eben täglich neu.