Saleh, Giffey oder eine Überraschung? Die Berliner SPD sucht ihren Spitzenkandidaten
Die Grünen haben ihre Spitzenkandidatur geklärt, die SPD sucht noch: Wer soll sie 2026 in die Berlin-Wahl führen? Saleh wirbt um Unterstützung, Giffey setzt auf ein Mitgliedervotum. Von Daniel Böldt und Jessica Gummersbach.
Nachdem die Grünen sich mit Werner Graf auf eine Spitzenkandidatur für die Berlin-Wahl 2026 verständigt haben, blickt das politische Berlin gespannt auf die noch führungslose SPD. Dort werden aktuell genauso viele Gerüchte gestreut wie dementiert. Dabei ist die Ausgangslage recht eindeutig.
Die beiden Ex-Landesvorsitzenden Raed Saleh und Franziska Giffey halten sich jeweils für die am besten geeignete Person für den Job. Ersterer geht seit Wochen in der Partei Klinken putzen, um seine Chancen auszuloten. Zuletzt wurde er gar in exklusivem Kreis um mehrere SPD-Altvordere in Michael Müllers Bürgerbüro „Die Setzerei“ gesichtet.
Franziska Giffey ist bei der Mehrheit der Parteifunktionäre weniger wohlgelitten. Ihre beste Chance dürfte daher ein Mitgliedervotum sein. Um das zu erzwingen, bräuchte Giffey die Unterstützung von rund 1800 Berliner Genossen. Entsprechende Unterschriftenmappen sind dem Vernehmen nach aber noch nicht im Umlauf.
Sozialsenatorin Cansel Kiziltepe, einst Favoritin für die Spitzenkandidatur, hat sich durch eine Reihe politischer Fehlgriffe hingegen selbst aus dem Rennen genommen. Mehrere linke SPDler haben daher die Hoffnung nicht aufgegeben, einen Kandidaten „von außen“ präsentieren zu können. Einige träumen noch immer vom derzeit in den Alpen wandernden Kevin Kühnert.
Klar ist bisher nur, wer die Berliner Sozialdemokraten nicht anführen will: Ex-Wirtschaftssenator Stephan Schwarz und Ex-Staatssekretär Steffen Krach (aktuell Regionspräsident der Region Hannover). Beide wurden nach Checkpoint-Informationen gefragt, haben jedoch abgelehnt.