Senat streicht Spitzenforschung der TU zusammen

Berlin soll endlich wieder funktionieren. Das Mantra des Regierenden Bürgermeisters Kai Wegner (CDU) gilt offenbar nicht für Kultur und Wissenschaft, also den weltstädtischen Teil der Hauptstadt, sowie für Bildung und Sozialprojekte, also den bedürftigen Teil des armen Berlins. Fast täglich schütteln neue Hiobsmeldungen zum Sparhaushalt bisher ausgezeichnete Hilfsprojekte und weithin anerkannte Institutionen durch. So plant die Technische Universität schon lange einen Neubau für ihre Experimentalphysik, den sie dringend für die Entwicklung von Zukunftstechnologien benötigt. Die Konzepte dafür sind vielfach abgesegnet, seit einem Jahr steht die Zusage des Bundes, 31,5 Millionen Euro der Kosten zu übernehmen. So weit, so gut. So bisher.

Jetzt aber stellt sich die Finanzverwaltung quer und will offenbar die TU-Finanzierung stoppen. Die Folge könnte sein, dass Berlin die 31,5 Millionen des Bundes wieder verliert – und eine ganze Zukunftsbranche gleich mit. Der japanische Nobelpreisträger Hiroshi Amano appelliert nun an Wegner in einem Brief, die Mittel seien „zwingend, um die Weltklasse-Forschung der TU Berlin zu sichern“. Ob wenigstens dieser letzte Hilferuf noch funktioniert?