Eine „Bruchlandung für die Glaubwürdigkeit“
Vor genau acht Jahren wurde die Eröffnung des BER abgesagt. Mal wieder. Das Thema bestimmte damals die Schlagzeilen wie heute die Corona-Lockerungen. Von Lorenz Maroldt
Genau heute vor acht Jahren, am 9. Mai 2012, gab es ebenfalls ein herausragendes Thema, das die Schlagzeilen bestimmte – auch hier schauen wir zur Feier des Tages mal rein:
„Berlin fällt aus allen Wolken“
„Fehler im System“
„Stadt mit Bodenhaftung“
„In der Warteschleife“
„Bruchlandung“
„Am Ende muss einer fliegen“
„Der Schlussverkauf in Tegel ist abgesagt“
„Ihr Abflug verspätet sich“
„Bei den Bürgern hebt der Ärger ab“
„Projekt der Bruchpiloten“
„Bruchlandung für die Glaubwürdigkeit“
„Berlin kriegt keinen Tüv“
„Berlin kriegt keinen hoch“
Sie ahnen es schon – damals wurde mal wieder die Eröffnung des BER abgesagt, kurz vor der großen Sause, die für den 3. Juni geplant war (wir zählen seitdem in unserem Count up die Tage). Für die Freunde der „Floskelwolke“ ein, nun ja: gefundenes Fressen (sorry).
Unsere Aufgabe für Sie: Ordnen Sie die Schlagzeilen folgenden Zeitungen zu: Tagesspiegel, Morgenpost, Berliner Zeitung, B.Z., Kurier, taz, Süddeutsche Zeitung…
…nanu, fehlt da nicht was? Richtig: die FAZ. Das Hausblatt der gepflegten Nüchternheit stellte in aller Sachlichkeit fest: „Eröffnung von Schönefeld um Monate verschoben“. Um Monate! So einfach retteten sich die Kollegen in den prognostizistischen Olymp, denn sie hatten recht: Ende Oktober 2020 werden es genau 101 Monate sein.