Was ist uns ein Böllerverbot wert?
Chaos – das beschreibt auch gut die Vorgänge in der Silvesternacht in einigen Teilen Berlins und ist doch reichlich untertrieben. 15 verletzte Feuerwehrleute und 41 verletzte Polizist:innen haben die Einsatzkräfte nach eigenen Angaben zu beklagen. Ende vorerst nicht in Sicht: Auch in der Nacht von Montag auf Dienstag wurden Rettungskräfte noch mit Feuerwerk beschossen. Die Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) forderte gestern „eine bundesweite Debatte über Konsequenzen“, ihre Innensenatorin Iris Spranger eine Ausweitung von Böllerverbotszonen. Auf Bundesebene wird derweil über strengere Auflagen für Scheckschusspistolen (T+) diskutiert.
Den Ausgang dieser Debatte kann man bereits jetzt mit relativ großer Sicherheit vorhersagen. Sie wird größtenteils im Sande verlaufen und dabei am eigentlichen Kern vorbeirudern. Zur Wahrheit gehört, dass sich Exzesse wie in der Berliner Silvesternacht auf absehbare Zeit nur durch ein Verkaufsverbot von Feuerwerkskörpern verhindern lassen werden. Die Frage, die die politischen Verantwortlichen und auch wir als Gesellschaft also ehrlich beantworten müssten, lautet: Ist es uns das wert?