Neuköllner Hitzeregister: Große Dankbarkeit, aber wenige Anmeldungen
Der Trägerverein Silbernetz zieht nach zwei Monaten ihres Hitzeregisters eine gemischte Bilanz: Das Projekt informiert und berät Seniorinnen und Senioren, wenn Hitzetage anstehen. Von Jessica Gummersbach.
Um Menschen ab 75 Jahren besser bei hohen Temperaturen zu unterstützen, hatte Neukölln im Juni erstmals ein Hitzeregister eingerichtet. Steht ein Hitzetag an, werden angemeldete Seniorinnen und Senioren persönlich informiert und beraten. Bei Bedarf unterstützt ein Helfer beim Einkaufen oder Gassigehen – oder unterhält sich einfach eine Weile. Nach zwei Monaten zieht der Trägerverein Silbernetz auf Checkpoint-Anfrage eine gemischte Bilanz: Die Teilnehmer seien sehr dankbar, dass jemand an sie denkt. Dennoch haben sich bislang weniger als 20 Personen registriert.
Aus anderen Städten wisse man, dass freiwillige Anmeldungen stets spärlich ausfallen, so Silbernetz-Gründerin Elke Schilling. Ein großes Problem sei die Erreichbarkeit: „Für uns ist nicht nachvollziehbar, dass Kommunen zwar anfragenden Parteien Wähleradressen zur Verfügung stellen können, aber gefährdete Bürger*innen aus Datenschutzgründen nicht per persönlichen Anschreiben zu solch einer Präventionsmaßnahme einladen können.“ Die nächste Hitze kommt bestimmt: Unter 030/544 533 0 333 (Mo–Fr, 10–14 Uhr) können sich Interessierte weiterhin im Neuköllner Hitzeregister eintragen.