Behördenpingpong um Promi-Sause im Borchardt
Der Promiauflauf im Nobelrestaurant war ein klarer Verstoß gegen die Corona-Verordnung. Doch warum wird der nicht geahndet? Von Lorenz Maroldt
Die Affäre Borchardt (CP vom 3.6.) ist inzwischen ein Fall für die Rubrik Behördenpingpong: Der Bezirk Mitte wartet auf die Anzeige der Polizei, die Polizei verweist an die Gesundheitsverwaltung, die Gesundheitsverwaltung reagiert aber nicht und auch die Innverwaltung stellt alles auf Durchzug. Die angekündigte Ahndung der Verstöße gegen die Corona-Verordnung beim Promimassenauflauf (zu voll, zu nah, zu lang) fällt in sich zusammen wie ein schlecht gemachtes Soufflé.
So bleibt von der Sause einstweilen nur das Bild von FDP-Chef Christian Lindner in Erinnerung (maskenlose Umarmung des Konsuls von Weißrussland) – neu koloriert durch eine kleine Anfrage der eigenen Bundestagsfraktion, die von der Bundesregierung wissen will, „welche Menge an Alkohol von Januar bis Mai 2020 konsumiert worden ist“ (19/19693).