Der Vorstoß der Deutsche Wohnen ist durchsichtig

Taktisch interessant, aber durchsichtig, findet mein Kollege Ulrich Zawatka-Gerlach den Vorstoß der Deutschen Wohnen, Mieterhöhungen auf 30 Prozent des Nettoeinkommens der Mieter zu deckeln (CP vom 22.6.). Denn vertragliche Zusicherungen will die Deutsche Wohnen wohl nicht machen. Außerdem droht der Konzern, die zweifelhafte Offerte bei „weiteren regulatorischen Eingriffen in das Mietrecht“ zurückzunehmen. Das klingt schon eher nach Erpressung des Senats. Und es erhärtet sich der Verdacht: Die Aktionäre sollen mit einer Imagekampagne beruhigt und Mieterverbände, kommunale Wohnungswirtschaft sowie rot-rot-grüne Koalition gegeneinander ausgespielt werden, um den Mietendeckel für Berlin noch zu verhindern. Mit mieterfreundlicher Unternehmenskultur hat das nichts zu tun.