Schauspielstars verhöhnen Corona-Maßnahmen
Mehr als 50 bekannte deutsche Darsteller veröffentlichen kleine Filme mit Corona-Populismus. Unser Autor ist entsetzt. Ein Kommentar. Von Robert Ide
Und dann wie jeden neuen Tag die Frage: Was macht das hier alles mit uns? Das Einschränkende; das Unnormale, das schleichend normal wird; das fehlende Sich-Sehen-Treffen-Umarmen? Klar, es macht uns ärmer. Aber es sollte uns nicht bitter machen, auch nicht bitter ironisch. Mehr als 50 sehr bekannte Schauspielerinnen und Schauspieler scheinen genau dieser Bitterkeit anheimgefallen zu sein – oder sie wollen die Gesellschaft im Ausnahmezustand unerbittlich karikieren und werden nun dafür vom Querdenker-Milieu gefeiert, was bitter genug wäre. In kurzen Videos verhöhnen sie unter dem Hashtag #allesdichtmachen die aktuellen Corona-Maßnahmen – kurzzeitig am Donnerstagabend abrufbar auf einer Internetseite, die nach ihrem Aufploppen dann kurz vor Mitternacht nicht mehr erreichbar war (auf Youtube nach wie vor verfügbar). Mal nachsehen, was da zu sehen war:
„Dank Corona habe ich gelernt, zu schweigen“, sagt Nadja Uhl. „Ich will wieder mehr Angst haben“, sagt Volker Bruch. „Und so fordere ich unsere erhabene Regierung auf, endlich fair und konsequent zu beenden, was bislang total vermasselt wurde: Schließen Sie ausnahmslos jede menschliche Wirkungsstätte und jeden Handelsplatz“, sagt Ulrich Tukur. „Wie es früher war, darüber machen wir dann Filme. Die gucken wir dann. Zu Hause. Mit Maske. Alleine. Das wird toll“, sagt Meret Becker. Hoffentlich sind diese 51 kleinen Filme, in denen übrigens die Corona-Opfer nicht vorkommen, dann nicht dabei.