Banu Cennetoglus Liste der Toten

Tote brauchen Namen. Trauernde brauchen einen Raum. Die Namen zu nennen, den Raum zu schaffen für ein Gedenken, das ist das Ziel der Künstlerin Banu Cennetoglu. Ihr Lebensprojekt heißt „The List“. Die Liste dokumentiert die Namen von Asylsuchenden, Flüchtlingen und Migranten, die seit 1993 innerhalb Europas oder an den Außengrenzen gestorben sind. Jeder Tote hat eine Zeile: Name, Herkunft, Todesdatum. Es gibt bisher 33.293 Einträge. Weniger, als es geben müsste, weil viele Tote noch keinen Namen haben, vielleicht nie. Am morgigen Donnerstag liegt „The List“ dem Tagesspiegel bei, in Kooperation mit dem Maxim Gorki Theater. Die Liste umfasst 48 Seiten - ohne Kommentar. Aber mit Raum für ein Gedenken. Banu Cennetoglu sagt: „Es ist kein Kunstwerk. Es ist, was es ist.“