Aktivisten der „Extinction Rebellion“ wollen Berlin lahmlegen
Sie kann ein Klimanotstand wohl kaum überzeugen: die Aktivisten der „Extinction Rebellion“, abgekürzt XR, die übernächste Woche Berlin lahmlegen wollen. Die Besetzung des Potsdamer Platzes am Tag des großen Klimastreiks war nur der Anfang. In einer aktuellen Mail heißt es: „Falls es jemals eine Zeit für zivilen Ungehorsam gegen diese Regierung und ihre Weigerung zu handeln gab, ist es jetzt! Ihre Untätigkeit ist inakzeptabel und wir müssen das klar machen – mehr als das, wir haben ein Recht und eine Pflicht zu rebellieren.“
Und weiter: „Ab 7. Oktober wird XR Berlin und andere bedeutende Städte in der ganzen Welt blockieren. Falls du es noch nicht getan hast, nimm bitte an einem Aktionstraining teil, um vorbereitet zu sein. Wir bieten außerdem mehrere Orientierungstreffen an für alle, die wütend sind, sich ungehört fühlen und sich unserer friedlichen und gewaltfreien Rebellion anschließen wollen.“ Ich schau mir solch ein Training am Sonntag mal an.
Die Pläne der Rebellen kommentiert mein Kollege Werner van Bebber im Tagesspiegel wie folgt: „So fatal wie die Entwicklung des Klimas sein mag, ist der polit-erzieherische Zwang, an den die XR-Anhänger glauben, nicht ohne Risiko. Dabei geht es nicht um freie Straßen für Autofahrer (die gibt es ohnehin nur noch nachts, wenn überhaupt). Es geht darum, dass das moralisch begründete Recht, andere zu einem bestimmten Verhalten zu zwingen, Widerstände erzeugt. Man muss nicht gleich die Freiheit in Gefahr sehen, wenn es darum geht, das eigene Verhalten zu ändern. Doch Zwänge sind das falsche Mittel: schwarze Pädagogik, der chinesische Weg.“