Nach Warnstreik der Berliner Stadtreinigung: BSR hat keinen Plan gegen die Müllflut

Der BSR-Streik ist vorbei, doch nun versinkt Berlin im Müll: 12.000 Tonnen Abfall müssen noch entsorgt werden – und eine Strategie, wie er schnell beseitigt werden soll, gibt es nicht. Von Christian Latz und Sönke Matschurek.

Nach Warnstreik der Berliner Stadtreinigung: BSR hat keinen Plan gegen die Müllflut
Foto: dpa / Jörg Carstensen

Der BSR-Streik ist vorbei – nur sauber ist es noch lange nicht. 12.000 Tonnen Restabfall sind in der vergangenen Woche streikbedingt liegen geblieben. All das soll ab (!) dieser Woche beseitigt werden. Richtig gelesen. „Die Streikfolgen-Beseitigung startet diese Woche (12. KW) mit den jeweils regulären Abfuhrterminen“, teilt die BSR mit. Von Abschluss keine Spur. Wie auch, im normalen Dienst schafft die Stadtreinigung nur 3000 Tonnen Müll am Tag. Und neue Abfälle sind schon auf dem Weg Richtung Tonnen.

Gibt's also jetzt Extra-Schichten? Unklar, sagt die BSR:„Voraussichtlich werden auch zusätzliche Maßnahmen nötig sein. Konkretere Angaben können derzeit leider nicht gemacht werden.“ Warum auch beeilen, der Müll fällt in einigen Ecken Berlins ja leider eh kaum auf. Kleiner Tipp an die BSR, wie es nicht gehen sollte, von einer Tagesspiegel-Kollegin aus Prenzlauer Berg: Dort wurden am Montag die Restmülltonnen geleert – die vollen Säcke drumherum liegen gelassen.

Eine gute Nachricht haben wir in der Sache zumindest: Die vermehrten Müllberge haben nicht zu mehr Rattenbefall geführt, sagt Mario Heising, Vorsitzender des Deutschen Schädlingsbekämpfer-Verbandes. Wegen einer Woche Müllabfuhrstreik steige die Anzahl der Tiere nicht. „Da hätten die Jungs auch noch drei Wochen weiterstreiken können.“ Und vielleicht machen sie das auch noch. Die Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst sind am Montagabend gescheitert.