Vier Künstlerinnen für Preis der Nationalgalerie nominiert
Gleich vier Frauen waren in diesem Jahr für den Preis der Nationalgalerie nominiert, verliehen alle zwei Jahre vom Verein der Freunde der Nationalgalerie an Künstler unter 40. In diesem Jahr: Künstlerinnen! Und gleich vier! Ist das nicht toll?! So in etwa muss es zugegangen sein bei der Preisverleihung im Hamburger Bahnhof Mitte Oktober, die nominierten Sol Calero, Iman Issa, Jumana Manna und Agnieszka Polska (die den Preis gewonnen hat) haben offenbar etwas gebraucht, um sich von dieser Veranstaltung zu erholen. In einem offenen Brief haben sie sich nun darüber empört, dass es um ihr künstlerisches Schaffen nie gegangen sei. Stattdessen habe man, in Pressemitteilungen und Reden,ständig ihr Geschlecht und ihre Herkunft betont und damit gezeigt, wie weit wir von einer gleichberechtigten Welt entfernt sind. Vielfalt müsse täglich gelebt werden und nicht gelegentlich bei High-Profile-Events gefeiert. Sobald ein Veranstalter betont, dass jemand eine Frau ist und oder einen Migrationshintergrund hat, weiß man: Es geht dem Gastgeber darum, einen „positiven gesellschaftspolitischen Beitrag“ zu leisten, schreibt die Zeit-Kolumnistin Mely Kiyak. Die Auszeichnung, über die man sich gerade noch freute, werde so zum Willkommensbambi, zur Gebärmuttermedaille. Heute beginnt im Tagesspiegel übrigens die Diversity-Konferenz. Zweitägiges High-Profile-Event, um die Vielfalt in den Alltag zu bringen. Bäm!