Ein Appell und kein Behörden-Pingpong: Das sind die Berlinerinnen und Berliner der Woche

Neben dem Sänger qualifizieren sich eine Anwohner-Initiative im Kampf für mehr Transparenz und ein Döner-Verkäufer. Wer macht das Rennen? Von Ann-Kathrin Hipp.

Ein Appell und kein Behörden-Pingpong: Das sind die Berlinerinnen und Berliner der Woche
Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

Los geht’s mit Bronze und da hat sich am Freitagnachmittag unter anderem noch Herbert Grönemeyer qualifiziert. In einem knapp fünfminütigen Video appelierte der 65-Jährige insbesondere an seine Generation, an der Bundestagswahl teilzunehmen. Es treibe ihn die Sorge um, „dass es uns durchrutscht, um wie viel elementarer diese Wahl im Vergleich zu den vorigen ist“, sagte er. Und: „Wir müssen endlich lernen, den nachfolgenden Generationen zu vertrauen.“ Motto: Die Welt gehört in Kinderhände / Dem Trübsinn ein Ende / Wir werden in Grund und Boden gelacht / Kinder an die Macht – oder so ähnlich.

Ebenfall engagiert - wenn auch auf eine ganz andere Art und Weise - ist Laura Schilling, die morgens den Müll aufsammelt, den andere Leute nachts am Boxhagener Platz fallen, stehen und liegen lassen. „Klar, anderswo ist es sauberer als in Berlin“, sagt sie. „Aber auch nicht so bunt.“ Und Menschen wie sie machen die bunte Stadt, eben noch ein bisschen schöner. Fast Bronze!

Sichern konnte sich den dritten Platz letztlich das „Aktionsbündnis Lichterfelde Süd“, das seit unglaublichen elf Jahren (!) das XXL-Wohnungs-Bauvorhaben in Lichterfelde-Süd begleitet, bei dem 2.500 Wohnungen entstehen sollen. Seit 2018 versucht man hier, Einblick in den städtebaulichen Vertrag zu erhalten, den das Bezirksamt mit dem Bauherrn, der Groth-Gruppe, geschlossen hat. Nach einer Klage vor dem Berliner Verwaltungsgericht, hat's jetzt endlich geklappt. Wenn auch mit vielen Schwärzungen, doch ein kleiner Erfolg in Sachen Transparenz und Teilhabe. Beharrlichkeit, die uns Bronze wert ist!

Silbern geht’s weiter und zwar mit einem Mann, der es vom Problem-Döner zum Impf-Supporter geschafft hat: 2006 sorgte Remzi Kaplan in seinen Berliner Imbissbuden mit Gammelfleisch für einen Skandal, heute verteilt er unter dem Motto „Erst impfen, dann Döner“ kostenloses Frischfleisch. Ein kleiner Snack für die Berliner:innen, ein wichtiger Schritt in Richtung Herdenimmunität.

Kommen wir zum Gold! Und das fällt in dieser Woche in die Kategorie „Amt, aber schnell“. Dazu schreibt Checkpoint-Leser Michael Kenner unter dem Betreff „Ein kleines Lob“: „Gestern früh 8 Uhr machte ich den hiesigen Lichtenrader Kontaktbereichsbeamten auf einen Schaden in der Pflasterung des Gehwegs in der Mellener Straße aufmerksam – einige Steine hatten sich gelöst. Er machte ein Foto und sagte, das Ordnungsamt sei zuständig. Heute morgen (17.9.) erklang Baulärm vor der Haustür – und die fragliche Stelle war repariert. Ich war wirklich beeindruckt; ein Dank geht an Polizei und Ordnungsamt.“ So wenig Pingpong, so viel Effzienz! Für uns: GOLD!