Skuriller Vorfall am Berliner Plötzensee: Ordnungsamt beschlagnahmt Klamotten von Nacktbadern

Klingt wie ein böser Streich: Am Plötzensee nahm das Ordnungsamt zwei Nacktbadern ihre Kleidung weg. Die Männer mussten nackt zur Straße marschieren, um ihre Sachen zurückzubekommen. Von Lorenz Maroldt.

Skuriller Vorfall am Berliner Plötzensee: Ordnungsamt beschlagnahmt Klamotten von Nacktbadern
Foto: Sebastian Gabsch

Nackte Tatsachen haben eifrige Mitarbeiter des Ordnungsamts Mitte am Plötzensee enthüllt – allerdings benahmen sie sich dabei so wie Louis de Funés, der als „Gendarm von St. Tropez“ einst harmlose Nudisten jagte („Neiin!” - „Doch.” - „Oooh!“): Sie nahmen zwei Nacktbadern deren am Ufer liegende Klamotten weg und ließen die Herren ohne Hemd und Höschen rauf zur Straße marschieren – erst dort gaben sie ihnen die Sachen zurück.

Das Ordnungsamt hält das Vorgehen seiner Diebskräfte… pardon: seiner Dienstkräfte (eine Frau und ein Mann in Uniform) für rechtmäßig – das Baden ist hier verboten, ohne Bekleidung zumal, die Mitarbeiter seien sogar verpflichtet gewesen, die Gegenstände (darunter auch ein Geldbeutel, Schlüssel und Medikamente) mitzunehmen, um sie sicher zu verwahren.

Dennis Godbersen von der Initiative „Free Swimming Plötzensee“ hatte den Checkpoint auf den Vorfall hingewiesen – gemeinsam mit Ex-Botschafter Wolfram Wickert, Bruder des TV-Moderators Ulrich Wickert, setzt er sich dafür ein, dass am Steingarten und am nordwestlichen Ende, einem traditionellen FKK-Spot, das Baden erlaubt wird. Godbersen sagt dazu:

Die Ufer am Plötzensee können nur entlastet werden, wenn es mehrere offizielle Badestellen neben dem Schwimmbad gibt. Jegliches Schwimmverbot ist schizophren, sinnlos und völlig absurd. Eine Legalisierung an ausgewählten Badestellen bringt nur Vorteile für die Umwelt, die Bürger und den Betreiber des Schwimmbades. Darüber hinaus bin ich fassungslos über die Vorgehensweise des Ordnungsamtes.“

Unsere Kollegin Julia Weiss konnte mit einem der Betroffenen sprechen (er hat den Petitionsausschuss eingeschaltet und Anzeige bei der Polizei erstattet) – ihren Bericht finden Sie hier unter diesem Link.