Kettensägen-Massaker in der Puschkinallee: Massive Baumabholzung wegen BKA-Umbau in Berlin-Treptow
Der Umbau des Bundeskriminalamts kostet mindestens 45 geschützten Bäume das Leben. Wie ist so etwas möglich in Zeiten von drastischem Baumsterben in Berlin? Von Lorenz Maroldt
Kettensägen-Massaker in der Puschkinallee: Obwohl Berlin innerhalb von zehn Jahren mehr als 32.000 Straßenbäume verloren hat und der Zustand der restlichen 433.000 Linden, Buchen, Eichen, Ahorne, Platanen und Kastanien „katastrophal“ ist (Umweltforscher und Gutachter Manfred Forstreuter), wird munter weiter gefällt. In Treptow erteilte die Stadtentwicklungsverwaltung von Andreas Geisel eine Ausnahmegenehmigung zum Abholzen von 45 geschützten Bäumen sowie „für weitere Astschnitte und Eingriffe in geschützte Wurzelbereiche dort vorhandener Bäume“. Der Ort des grünen Grauens ist Sicherheitsexperten bekannt: Puschkinallee 52 – das ist die Adresse des Bundeskriminalamts, das aus- und umgebaut wird. Statt Natur vor der Tür wird es hier künftig „Kunst am Bau“ geben – den gleichnamigen Wettbewerb für den BKA-Dienstsitz gewann ausgerechnet ein Wandwerk von Tom Früchtl mit dem Titel „Den Wald vor lauter Bäumen“. So viel Zynismus haut den härtesten Stamm um.
PS: Ein Angestellter der Firma „Alphagrün“ behauptet, seine Firma habe vom BKA den Auftrag erhalten, nicht nur 45, sondern sogar 80 Bäume zu fällen – einer davon, der schon zerlegt ist, soll 200 Jahre alt gewesen sein.