Aufräumarbeiten der Berliner Art

… hoffentlich haben Sie Käse, Krapfen (oder wie die Dinger hier heißen) und Kater gut überstanden. Wenn Sie jetzt erst aufwachen: Es hat gebrannt, halb Berlin war ohne Wasser und es gibt offenbar einen neuen Trend zur Kugelbombe. „Dass diese Nacht diese Dimensionen erreicht hat, war für uns auch neu“, sagte der Landesbranddirektor Karsten Homrighausen am Mittwochabend. Das gelte qualitativ und quantitativ (Q: Abendschau).

Homrighausen bedankte sich auch bei den Polizistinnen und Polizisten aus dem ganzen Bundesgebiet, die die Berliner beim größten Einsatz des Jahres unterstützt hatten, „und teilweise uns geschützt haben, damit wir nicht angegriffen werden“. In Berlin nennt man das: Party.  

Dass bei der Explosion einer Kugelbombe in Schöneberg niemand gestorben ist, war reines Glück. Ich war in der Nacht noch vor Ort, die gesamte Kreuzung war voller Scherben, 36 Wohnungen sind unbewohnbar. Die Feuerwehr sprach von einem „Schlachtfeld“. Der Satz eines Berliner Polizisten hing am Neujahrstag über der Stadt wie die Rauchschwaden der Nacht: „Die haben Silvester mit Krieg verwechselt.“ In Tegel wurde ein Kleinkind durch eine solche Bombe schwer verletzt.

Wie jedes Jahr rieben sich viele am Neujahrsmorgen verkatert die Augen und fragten sich: Wer nur ist auf die irre Idee gekommen, betrunkenen Menschen explodierendes Zeug in die Hände zu legen?

Und dennoch: Die Debatte über ein stadtweites Böllerverbot wird genauso schnell wieder beendet sein, wie Rauch und Rausch verzogen sind. „Wir werden diese Angriffe auf unsere Einsatzkräfte niemals hinnehmen und auch im Nachgang den Ermittlungsdruck hochhalten“, sagte Kai Wegner dem Tagesspiegel. „Solche Straftäter müssen die volle Härte des Rechtsstaats spüren. Dabei vertraue ich auf die Berliner Polizei und Justiz.“ Und ein Böllerverbot? Kein Kommentar.

Was ich davon halte, können Sie hier nachlesen. Meine Silvesterparty endete gestern Nacht abrupt mit dem Satz: „Nächstes Jahr Ferienhaus an der Ostsee?