Zu kalt: BER räumt das Hauptterminal

Frostiger Ostwind dringt über Türen und Bahntunnel bis zum Terminal 1. Wieso darin aber kein Baumangel besteht, erklärt der BER-Sprecher im Checkpoint. Von Anke Myrrhe.

Zu kalt: BER räumt das Hauptterminal
Foto: Soeren Stache/dpa

Der BER hat wieder ein wenig dichtgemacht. Gut 100 Tage nach der Eröffnung ist die Abflughalle des Hauptterminals T1 weitgehend geräumt. Denn wie es sich gehört für ein skandalträchtiges Berliner Bauwerk, ist es natürlich nicht auf den Winter vorbereitet. Bei Außentemperaturen bis zu -10 Grad blieb auch die Halle nur knapp über Null, weshalb die Abfertigung vorerst auf die weniger luftig konstruierten Erweiterungsbauten verlegt wurde, die Nord- und Südpavillions. Der strenge Ostwind, sagt Flughafensprecher Hannes Stefan Hönemann, drücke die kalte Luft wohl in einen der Bahntunnel, und die Züge weiter in den Bahnhof, der direkt unter dem Hauptterminal liegt. Zudem sei auch der Haupteingang am Willy-Brandt-Platz gen Osten ausgerichtet, wodurch zusätzlich viel Kaltluft ins Gebäude gelange – trotz Gebläseheizungen an den Eingängen. „Es ist kein Konstruktionsfehler”, sagt Hönemann. Pandemiebedingt fehlten die wärmenden Menschen, von denen hier täglich rund 100 000 rumlaufen sollten und nicht wie derzeit 4000 bis 5000. Am Wochenende dürften es 7000 bis 8000 sein, sagt Hönemann. „Möglich, dass wir dann auch wieder Schalter im Hauptterminal öffnen.“
 
Oder wir bauen das Ding einfach doch noch mal neu? Genug Geld wäre jedenfalls da: Die Flughafengesellschaft bittet noch einmal um 3,5 Milliarden Euro, so viel sollte der Flughafen einst kosten, bis... sagen wir mal: Der Winter kam.

Hinweis: In einer früheren Version dieses Textes hieß es, Terminal 1 sei „geschlossen“. Dies ist so nicht korrekt. Es ist nicht gesperrt, man kann hindurchgehen. Nur Betrieb gibt es dort derzeit nicht.