„Schmierereien auf den Toiletten gehören nicht zur akzeptierten Meinungskultur“

Dem Schulleiter des Rosa-Luxemburg-Gymnasiums geht in einem Elternschreiben der Hut hoch. Die Täter sollen sich melden. Der Checkpoint ist gespannt. Von Ann-Kathrin Hipp.

„Schmierereien auf den Toiletten gehören nicht zur akzeptierten Meinungskultur“

Apropos Herausforderungen: Am Rosa-Luxemburg-Gymnasium in Pankow geht man mit denen ziemlich rigide um. Weil es seit Beginn des Schuljahres immer wieder Schmierereien in den Toilettenräumen gibt (u.a. das Antifa-Signet, „Es tanzt ein Bi-Ba-Butzemann“, „trans rights“ & „FUCK THE SCHOOL SYSTEM), hat sich Schulleiter Ralf Treptow mit einer außerordentlichen Information an die Elternschaft gewandt. „Diverse Meinungen, die das Schulleben mitgestalten, sind hier willkommen“, heißt es darin. Aber: „Schmierereien auf den Toiletten gehören nicht zur akzeptierten Mitteilungskultur.“ Treptow bittet darum, die Problematik „zum Gesprächsgegenstand in der Familie werden zu lassen“. Eine Selbstanzeige bei ihm sei noch „bis zum 29.11.21 um 12 Uhr“ möglich. Wer bis dahin nicht „den Arsch in der Hose“ habe, sich zu stellen, müsse mit anderen Konsequenzen rechnen: etwa einer polizeilichen Anzeige und einer einstweiligen Verfügung, die den Unterrichtsbesuch untersagt. Dazu der freundliche Hinweis: „Wenn die Eltern aller hier lernenden Kinder und Jugendlichen denken würden, dass das eigene Kind nicht Verursacher sei, dann täuschen (entsprechend der nunmehr vorliegenden Schriftproben) mindestens zwei Familien.“ Laut Schulhomepage handelt es sich beim Rosa-Luxemburg-Gymnasium um eine Schule „besonderer pädagogischer Prägung“.