Radfahrer weiterhin nicht sicher im Straßenverkehr

Top-gefährdet sind in Berlin Radfahrer: Wieder haben unachtsame Autofahrer zwei von ihnen schwer verletzt – beim Türöffnen und beim Ausscheren aus einer Parklücke. Erst Ende vergangener Woche starben zwei radfahrende Kinder auf der Straße, das eine wurde von einem abbiegenden Laster überfahren, das andere von einer Tram. Und in der Greifswalder Straße kam es an einer Baustelle gerade nur mit viel Glück nicht zu einem weiteren tödlichen Unfall – ein Video der erschreckenden Szene (hier zu sehen) nahm die Polizei zum Anlass, gegen den Fahrer des Sattelschleppers ein Strafverfahren einzuleiten.

Verkehrssenatorin Regine Günther kündigte jetzt per Twitter an: „Wir werden alles unternehmen, dass unsere Straßen  sicherer werden.“ Das verwendete Futur zeigt an: Bisher wird nicht genug getan – und viel zu oft das Falsche: Die Verkehrsführung in der Greifswalder Straße (wie im o.g. Video zu sehen) grenzt an fahrlässige Körperverletzung (u.U. mit Todesfolge) – wer ordnet so etwas Irres an? Eine ähnliche Engstelle mit täglich  lebensgefährlichen Szenen gibt es an der Baustelle Reichpietschufer Richtung Westen – die Fahrradspur führt  direkt in den Schwerlastverkehr. Und der absurde neue Radweg vor dem BND, der abrupt in Poller und geparkte Autos führte, ist nur pseudo-entschärft: Die Gefahrenstelle wurde einfach um 100 Meter verlegt (hier zu sehen).

Und weiter zu dem ungesicherten Tram-Übergang, das dem Mädchen in Lichtenberg zum Verhängnis wurde – warum werden andere Verkehrsteilnehmer nicht durch ein Signal oder einen Ton gewarnt, so wie in vielen anderen Städten? Die BVG sagt: Da sind wir nicht zuständig, das muss die Verkehrsverwaltung anordnen – die auch getrennte Grünphase an gefährlichen Kreuzungen anordnen könnte. Das verlangsamt zwar den Verkehrsfluss. Aber es könnte Leben retten.