Katastrophenschutz kommt nicht voran: In Berlin sind nur 140 Warnsirenen einsatzbereit

Stell dir vor, Berlin geht unter und keiner geht hin. Geplant waren 411 Sirenen in der Hauptstadt. Bislang sind gerade einmal 140 einsatzbereit. Immerhin gibt’s nette Tipps. Von Robert Ide

Katastrophenschutz kommt nicht voran: In Berlin sind nur 140 Warnsirenen einsatzbereit
Foto: imago / A. Friedrichs

Weiter geht’s hier mit einer Warnung: Berlin hat immer noch zu wenige Warnsirenen. Bis Ende vorletzten Jahres sollten 411 über Berlin verteilt auf Dächern stehen, etwa auf Feuerwachen, landeseigenen Wohnhäusern und der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz. Um Berlin vollständig mit Alarmtönen zu warnen, bräuchte es wegen der besonderen Topografie sogar 580 Sirenen. Doch bislang sind nur 218 montiert und davon auch nur 140 einsatzbereit, wie am Montag im Innenausschuss bekannt wurde. Für vielen Sirenen laufe noch der Abnahmeprozess, hieß es. Die Gründe dafür sind die üblichen: zu wenig Material, zu wenige Fachkräfte, zu wenig Nachdruck.

Ein unübliches Problem kommt allerdings in Berlin hinzu: die technischen Schnittstellen. Das Bundesamt für Katastrophenschutz kann die Sirenen der Hauptstadt bislang nicht ansteuern. Dies sollte nach Checkpoint-Recherchen eigentlich schon bis Ende letzten Jahres der Fall gewesen sein. Nun aber lässt Innen-Staatssekretär Christian Hochgrebe (SPD) wissen, der Testbetrieb beim diesjährigen bundesweiten Warntag im September werde wieder „ohne die Sirenen in Berlin“ stattfinden. Dabei wäre es schon schlau, sich an Alarmsignale zu gewöhnen, findet Berlins Bundeswehr-Kommandeur Jürgen Karl Uchtmann. Der Brigadegeneral mahnt, die Bevölkerung solle schon ab der Schule aufgeklärt werden, was welche Signale bedeuteten und wie man sich dann verhalten müsse. Bis wir irgendwann so weit sind, geht in Berlin nur folgende Warnung raus: Sirene, wir hören nichts!