Nach Stromausfall im Südwesten Berlins: 61 Prozent der Berliner sehen Kai Wegners Glaubwürdigkeit beschädigt

Der Regierende erklärt im Parlament sein Krisenhandeln – zwar ohne Entschuldigung, aber mit Einsicht. Die Umfragen bleiben kritisch, und nur wenige bewerten sein Krisenmanagement positiv. Von Anke Myrrhe und Valentin Petri.

Nach Stromausfall im Südwesten Berlins: 61 Prozent der Berliner sehen Kai Wegners Glaubwürdigkeit beschädigt
Credit: dpa / Bernd von Jutrczenka

25 Minuten Regierungserklärung, ohne Entschuldigung, dafür mit etwas Einsicht und einigen Maßnahmen. „Rückblickend hätte ich bereits am Sonntag sagen müssen, dass ich eine Stunde Sport gemacht habe“, sagte Kai Wegner (CDU) gestern im Abgeordnetenhaus. Sein Fokus habe darauf gelegen, die Berlinerinnen und Berliner schnellstmöglich wieder mit Strom und Wärme zu versorgen. „Und ich glaube, dass dieser Fokus auch richtig war.“

Die Berlinerinnen und Berliner sehen das mehrheitlich anders: Laut einer repräsentativen Umfrage von Infratest dimap für den rbb sehen 61 Prozent Wegners Glaubwürdigkeit beschädigt. Für einen Rücktrittsgrund halten das nur 25 Prozent – aber immerhin ein Viertel der Befragten (Q: Abendschau).

Wichtiger für die Zukunft: Ebenfalls nur 25 Prozent beurteilen Wegners Krisenmanagement gut. Bei Franziska Giffey (SPD) sind es 38 Prozent, die Wirtschaftssenatorin hat offenbar den besten Eindruck hinterlassen. Am schlechtesten schneidet Iris Spranger (SPD) ab, deren Krisenmanagement nur 23 Prozent als gut bezeichnen.

Immerhin scheinen alle etwas gelernt zu haben: Kai Wegner stellte gestern umfangreiche Maßnahmen für den Katastrophenschutz vor, zusammengefasst: Berlin soll „Modellstadt für Krisenfestigkeit“ werden (nachzulesen hier). Passenderweise war im Plenarsaal des Abgeordnetenhauses am Morgen die Heizung ausgefallen.