Mittes Bürgermeister bekräftigt seine Pläne für ein Alkoholverbot an Spätis
Berlin-Mitte hat derzeit die zweithöchste Infektionsrate in Deutschland. Nun fordert Dassel erneut ein lokales Alkoholverbot wie in Hamburg. Von Anke Myrrhe
Derweil pendelt sich das Infektionsgeschehen bei rund 100 Neuinfektionen täglich ein. In Mitte steigen die Zahlen inzwischen so schnell, dass der Bezirk im bundesweit zu den am schlimmsten betroffenen zählt. Die Gesundheitsämter begründen das derzeit mit den Reiserückkehrern, doch auch die Rolle der Partys wird nach den Prohibitionsphantasien der Gesundheitssenatorin weiter diskutiert. Dilek Kalayci (SPD) hat nun alle Bezirke aufgefordert, Areale zu benennen, „in denen verstärkt feiernde und Alkohol konsumierende Gruppen Abstands- und Hygieneregeln missachten“. In Mitte wird der Vorschlag eines zeitlich begrenzten Alkoholverkaufsverbots dankend aufgenommen, der grüne Bürgermeister Stephan von Dassel findet es praktisch, dass dann gleich „auch die immer wieder festzustellenden Verstöße gegen das Jugendschutzgesetz leichter zu ahnden wären“.
Bei Twitter formulierte er es am Abend plattformangemessen lapidarer: „Für alle mit Schnappatmung und Wegebierverlustangst, weil in Mitte vermeintlich die Prohibition ausgerufen werden soll: die Politik wird prüfen, diskutieren und dann situationsangemessen entscheiden. Der Weltuntergang ist verschoben. Prost!“ Dassel verwies zudem erneut auf Hamburg. „Wenn eine durchaus mit Berlin vergleichbare Stadt mit einem lokal und zeitlich begrenzten Alkoholverkaufsverbot gute Erfahrungen macht, kann das nicht ignoriert werden“, sagt er.
Wie man eine coronakonforme Party veranstalten kann, hat ein kleines Berliner Kollektiv in einem Youtube-Tutorial veröffentlicht. Open Air, mit Absperrung, Abstand und Anstand und: Boxen nie Richtung Anwohner! Dann klappt’s auch mit den Nachbarn. Und vielleicht sogar der Polizei.