Cannabis-Legalisierung auf der Kippe? Berliner Anbauverein bleibt entspannt

Mehrere Unionspolitiker wollen eine Veränderung im Cannabis-Gesetz durchsetzen. Könnte die Teillegalisierung bald schon wieder Geschichte sein? Von Jessica Gummersbach und Sönke Matschurek.

Cannabis-Legalisierung auf der Kippe? Berliner Anbauverein bleibt entspannt
Foto: dpa / Philipp von Ditfurth

Szenenwechsel: „Was ist Bubatz?“, konterte Friedrich Merz (CDU) im Wahlkampf amüsiert die Frage, ob eben das mit ihm als Bundeskanzler legal bleibe. Jetzt wird’s ernst: Mehrere Unionspolitiker drängen auf Änderungen beim Cannabisgesetz, einige wollen nachbessern, andere die Teillegalisierung komplett kippen.

Ein Berliner Cannabis-Anbauverein bleibt entspannt: „Ich glaube nicht, dass das Gesetz einfach wieder rückgängig gemacht werden kann“, schreibt Julian von „Berlin Blatt & Blüte“ auf Checkpoint-Anfrage. „Der sprichwörtliche Geist ist aus der Flasche.“ Cannabis sei längst Teil des Stadtbildes. Die Ankündigungen von Merz seien „eher politische Rhetorik als realistische Bedrohung für die bereits umgesetzten Teile der Reform“. Julian gründete seinen Anbauverein vor fast einem Jahr, inzwischen hat er mehr als 400 Mitglieder, darf aber noch kein Gramm Gras anbauen. Er kämpft mit den Auflagen des Landesamts für Gesundheit und Soziales: „Die langwierigen Prozesse sind frustrierend, aber wir bleiben dran.“