Opfer sind vor allem Schülerinnen: Mehr als 150 Diskriminierungsfälle an Berliner Schulen im Jahr 2022
Die Zahlen der Anlaufstelle Diskriminierungsschutz erschrecken in Sachen Rassismus und Täterschaft. Und Berlins Antidiskriminierungsbeauftragter? Weiter inexistent! Von Ann-Kathrin Hipp
Ein Recht auf diskriminierungsfreie schulische Bildung hat jeder junge Mensch. So jedenfalls steht es im Berliner Schulgesetz. Dass dieses Recht nicht immer gegeben ist, zeigen aktuelle Daten der Anlaufstelle Diskriminierungsschutz an Schulen, die dem Checkpoint exklusiv vorliegen. Demnach wurden im Jahr 2022 151 Diskriminierungsfälle registriert. Opfer waren vor allem Schüler:innen (86 Prozent), Täter vor allem Lehrkräfte und Schulleiter:innen (70 Prozent). Die meisten Vorfälle (71,5 Prozent) waren rassistisch geprägt. Projektleiterin Aliyeh Yegane weist daraufhin: Die Daten sind nicht repräsentativ und zeigen nur einen (kleinen) Ausschnitt des realen Diskriminierungsgeschehens. Aber immerhin: Den zeigen sie.
Mit der Auswertung beschäftigen könnte sich Berlins Antidiskriminierungsbeauftragter … wenn es denn einen gäbe! Bereits seit September 2020 ist die in der Bildungsverwaltung angesiedelte Stelle unbesetzt. Laut Checkpoint-Informationen wurde das ursprüngliche Bewerbungsverfahren durch eine Konkurrentenklage vor Gericht in die Länge gezogen. Aktueller Stand: „Die Vorbereitungen“ zur erneuten Ausschreibung laufen.