Der Kranoldplatz in Berlin-Lichterfelde ist für Radfahrer gefährlich – getan wird dagegen nichts
Der Radweg vor dem Kranoldplatz endet abrupt, Markierungen fehlen, die Verkehrsplanung ist veraltet. Die Politik bleibt aber untätig – wegen eines Wochenmarktes. Von Anke Myrrhe und Thomas Lippold
Gleich nebenan in Lichterfelde liegt der Kranoldplatz – und dass der auf der Liste der Unfallschwerpunkte (CP von gestern) nicht auftaucht, wundert uns noch heute. Wer einmal mit dem Fahrrad dort langgefahren ist, hat vermutlich heute noch Herzklopfen: Der Radweg endet abrupt, keine eindeutigen Markierungen, Kopfsteinpflaster auf den Nebenstraßen (Eindrücke hier). Auf eine Bezirksanfrage des Linken-Abgeordneten Mathias Gruner zur Verkehrssituation antwortete Bezirksstadträtin Maren Schellenberg: „Es steht zu vermuten, dass die derzeitige Gestaltung und die damit einhergehende Verkehrssituation seit den 1970er Jahren existiert.“ Aha, Beton-Zeitalter also.
An der Erkenntnis mangelt es nicht: „Vor dem Kranoldplatz ist die Situation für Radfahrende als gefährlich anzusehen.“ Warum also passiert hier nichts? „Auf dem Kranoldplatz findet regelmäßig ein Wochenmarkt statt“, schreibt Schellenberg. „Die Marktgröße ist entsprechend festgesetzt. Für die Einrichtung einer Radverkehrsanlage auf dem Gehweg müsste die Marktgröße reduziert und Flächen für den Radverkehr zur Verfügung gestellt werden. Bisher war es politisch nicht möglich, die dafür notwendigen Flächen zu erhalten.“ Oder wie die FDP sagen würde: Der Markt regelt das.