Charité zieht spektakuläre Studie zu angeblichen Impfnebenwirkungen zurück

40 Mal häufiger „schwere Nebenwirkungen“ bei Covid-19-Geimpften? Das will ein Anthroposophie-Mediziner der Charité herausgefunden haben – die geht nun auf Distanz. Von Stefan Jacobs

Charité zieht spektakuläre Studie zu angeblichen Impfnebenwirkungen zurück
Europas größtes Universitätsklinikum überprüft erstmal die „gute wissenschaftliche Praxis“ der Matthes-Umfrage. Foto: Christophe Gateau/dpa

40 Mal häufiger „schwere Nebenwirkungen“ bei Covid-19-Geimpften als offiziell angegeben – die kürzlich veröffentlichte Studie des Berliner Professors Harald Matthes war eine erschröckliche Sensation, die Impfkritiker zu bestätigen schien. Nur haben inzwischen nicht nur diverse Fachleute die Methodik zerlegt, sondern auch die Charité weist „bis auf weiteres auf diese offene Internetumfrage nicht hin“, wie es auf CP-Anfrage heißt. Man kläre gerade, ob die Umfrage von Matthes (der Präsident der Deutschen Akademie für Homöopathie und Naturheilkunde ist und an der Charité eine Stiftungsprofessur für anthroposophische Medizin hat) den Regeln für „gute klinische und wissenschaftliche Praxis“ und den Auflagen der Ethikkommission entspreche. Die CP-Fragen, warum genau die Studie depubliziert wurde und ob die Stornierung durch bessere Qualitätssicherung vorab zu vermeiden gewesen wäre, ließ die Charité unbeantwortet.