Angeklagter Seenotretter in Italien: "Ich hoffe der Prozess wird Beachtung finden"

Sie wollten Menschen vor dem Ertrinken bewahren, nun stehen sie vor Gericht. Ein Angeklagter spricht von einem „politischen Show-Prozess“. Von Ann-Kathrin Hipp und Thomas Lippold.

Angeklagter Seenotretter in Italien: "Ich hoffe der Prozess wird Beachtung finden"
Foto: Bellina Francesco/AFP

In Italien hat derweil die Staatsanwaltschaft der sizilianischen Hafenstadt Trapani Anklage gegen 21 Seenotretter:innen erhoben – darunter zehn Crew-Mitglieder des Schiffs „Iuventa“ von der Berliner Organisation „Jugend Rettet“. Den Helfer:innen wird vorgeworfen, sich zwischen 2016 und 2017 unter anderem über Lichtzeichen mit Schleusern verständigt und ihnen Rettungswesten ausgehändigt zu haben. „Einerseits bin ich fast ein wenig erleichtert. Seit Juni 2018 haben wir darauf gewartet, dass etwas passiert in Trapani“, sagt Dariush Beiugi, einer der Angeklagten. Und: „Auch wenn ich es eigentlich wusste, wird mir jetzt erst so richtig bewusst, was für Dimensionen unser Prozess haben wird. Ich hoffe er wird viel Beachtung finden, denn ich habe vor, diesen politischen Show-Prozess zu nutzen, um so oft wie möglich und bei jeder Gelegenheit darauf hinzuweisen, was an den europäischen Außengrenzen tagtäglich passiert.“