Von Dassel lässt sich loben – von Vereinen, die der Bezirk mitfinanziert hat
Bezirksbürgermeister Stephan von Dassel wirbt für sich mit wohlmeinenden Stimmen aus dem Sozialbereich. Ein wichtiges Detail fällt dabei unter den Tisch. Von Ann-Kathrin Hipp
Mitte-Bezirksbürgermeister Stephan von Dassel (Grüne) will 2021 erneut Mitte-Bezirksbürgermeister werden und hat deshalb eine Bewerbungsmappe erstellt. 20 Seiten ist sie lang und enthält neben politischen Forderungen auch Zeugnisse „wichtiger Akteure“. Er sei ein „engagierter Mitstreiter“ und „vielfältiger Unterstützer“, heißt es darin. Einer, „der vorausschauend handelt, bevor die Dinge schwierig werden“ und mit dem eine „verlässliche und gute Zusammenarbeit auf Augenhöhe“ möglich ist. Kleines, aber feines Detail: Knapp die Hälfte der Zitatgeber hat in der vergangenen Legislaturperiode finanzielle Zuwendungen vom Bezirk erhalten (Sozialdienst katholischer Frauen e.V. Berlin / Narud e.V. / Neue Nachbarschaft/Moabit e.V. / wirBERLIN gGmbH / Franziska Becker indirekt über Fixpunkt e.V.). Dazu von Dassel auf Checkpoint-Anfrage: „Mir war bewusst, dass manche in geschäftlichen Beziehungen zum Bezirksamt stehen, aber es ging hier ausschließlich um die persönliche Bewertung meiner Arbeit.“ Den Hinweis, dass Transparenz da sicher nicht geschadet hätte, nimmt er mal mit.