Corona, Bürgeramt & Wohnungssuche – das sind die Top-Themen in Berlins Bürgerberatung
Seit über vier Jahrzehnten berät die Senatskanzlei die Berliner bei ihren drängendsten Anliegen. Und nein, wer eine Wohnung sucht, hat hier wenig Glück. Von Ann-Kathrin Hipp.
Stichwort Service: Vielleicht wussten Sie es nicht, aber seit mehr als 40 Jahren bietet die Bürgerberatung der Senatskanzlei Berliner:innen Unterstützung bei „vielfältigen Problemen und Fragen“. Angebot einerseits, „ein wichtiger Indikator für die Zufriedenheit der Berlinerinnen und Berliner mit ihrer Verwaltung, für Brennpunkte, Fehlerquellen und Verbesserungsbedarf“ andererseits. Rund 2.200 Personen haben die Beratung 2021 jeden Monat in Anspruch genommen, heißt es auf Checkpoint-Anfrage. Die Top-Anliegen? „Das übergreifende Thema war die Corona-Pandemie“ – insbesondere zu Zeitpunkten, „an denen neue Maßnahmen angekündigt wurden, gab es viele Fragen zu den Maßnahmen selbst und Nachfragen, die mit Detailregelungen verbunden waren“. Außerdem Dauerbrenner: die Einschränkungen beim Bürgerservice („Terminvergabe bei Bürgerämtern und Standesämtern“) sowie Unterstützungsbitten „bei der Suche nach preisgünstigem Wohnraum in Berlin“.
Na, da interessiert uns natürlich, was die Bürgerberatung rät, wenn man keine bezahlbare Bleibe findet! Die schlechte Nachricht: „Die Vermittlung für Wohnungssuchende oder Ähnliches, nimmt die Bürgerberatung aus Gleichbehandlungsgründen nicht vor.“ Stattdessen „kann auf weitere Beratungsangebote verwiesen werden, die nicht alle Menschen, die sich an die Bürgerberatung wenden, kennen“. Die Beratungsstelle empfiehlt also weitere Beratungsstellen. Nun denn. Immerhin: Alle Anliegen der Beratungsstelle – also der ersteren – Sie kommen noch mit? – werden ausgewertet und den entsprechend verantwortlichen Hausleitungen vorgelegt.
Und auch die Regierende verschafft sich in „regelmäßigen Bürgersprechstunden einen direkten Überblick“ über die Sorgen und Nöte. Dazu kommentiert Johann Wolfgang von Goethe: „Es ist nicht genug, zu wissen, man muss auch anwenden; es ist nicht genug, zu wollen, man muss auch tun.“