Senat hält Impfungen an Schulen für denkbar
An Berufsschulen werden bereits mobile Impfteams eingesetzt. Nun sollen „Impf-Shuttles“ an weiterführenden Schulen die 16- und 17-Jährigen zur Impfung bringen. Von Anke Myrrhe
Unmöglich fanden viele Eltern den Impf-Werbe-Brief, den Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) ihren minderjährigen Kindern geschickt hat („Liebe junge Berlinerinnen und Berliner“, CP vom 11. August). Gestern nun empfahl die Ständige Impfkommission die Impfung für 12- bis 17-Jährige auch offiziell. „Ich sehe mich durch die Stiko darin bestätigt, mit meinem Brief den jungen Berlinerinnen und Berlinern ein Impfangebot gemacht zu haben“, sagte Kalayci. Dabei ging es bei der Kritik weniger um die Empfehlung an sich als um das Vorgehen, den Jugendlichen zu schreiben und nicht ihren Erziehungsberechtigten (Fragen hierzu blieben unbeantwortet). „Wir weisen darauf hin, dass es sich dabei um eine Aufklärungskampagne handelt“, teilte die Gesundheitsverwaltung auf Checkpoint-Anfrage mit. „Der Brief erklärt sich von selbst.“ Na, dann ist ja alles geklärt.
Aufklären müssen wir vielleicht noch, dass der Schulbesuch jedenfalls nicht von der Impfung abhängen soll (Q: Bundesfamilienministerium). In Berlin hält man es allerdings für „denkbar“, die Impfung direkt an den Schulen durchzuführen (Q: Gesundheitsverwaltung), allerdings nur an weiterführenden Schulen (Q: Bildungsverwaltung). Seit der vergangenen Woche sind mobile Impfteams bereits an beruflichen Schulen unterwegs. Für die weiterführenden Schulen seien sogenannte „Impf-Shuttles“ geplant, sagte ein Sprecher der Bildungsverwaltung dem Checkpoint. „An den Schulen sollen dann zu festgesetzten Terminen Busse vorfahren, die mit Elterngenehmigung ausgestattete Schülerinnen und Schüler dann direkt zu den Impfzentren fahren.“ Das geht allerdings nur für die 16- und 17-Jährigen, denn: „Bei 12- bis 15-Jährigen müssten die Eltern dabei sein, was während des Schulbetriebs schwieriger zu gestalten ist.“ Da könnte man auch gleich das Eltern-Taxi rufen.