Testkits für Bundesliga fehlen

Und damit schalten wir rüber zur Fußball-Bundesliga, die nach wie vor den Deutschen Geister sucht. Heute wird im Kanzleramt verhandelt, ob Ball und Rubel wieder rollen dürfen. Alle Spieler sollen nach Vorstellungen des Ligaverbands während der Restsaison in einer Art Quarantäne-Strafraum gehalten und regelmäßig nicht nur auf Doping getestet werden. Pankows Sport- und Gesundheitsstadtrat Torsten Kühne (CDU) hält das Konzept allerdings „für nicht umsetzbar", wie er meinem Kollegen Christian Hönicke verriet. Denn entgegen der Aussage der Fußballfunktionäre fehle es bundesweit an Testkits. „Die Abstrichstäbchen sind der limitierende Faktor, der Markt ist offensichtlich leergefegt“, sagt Kühne. In dieser Mangelsituation gebe es andere Prioritäten als den Profifußball, „dazu gehören für mich Krankenhäuser, andere medizinische Einrichtungen und auch Schulen“. Und vielleicht noch der Amateur- und Jugendfußball – denn der holt Kinder von der Straße, die das eigene Zuhause oft zum Rasen bringt.

Nur nach draußen gehn’n wir nicht, singt Frank Zander von Balkonien. Denn Herthas Fankurve bleibt schon lange zu Hause, während die Profis für die geistlosen Geisterspiele gerade Standardsituationen ohne Gegenspieler und Torwart üben - und so auch mal das Tor treffen. Für ein mögliches nachgeholtes Stadtderby gegen den 1. FC Union aus Köpenick im dann leeren Olympiastadion dürfte das aber nicht reichen – zumal wegen der geltenden Anstandsregeln nicht mal Berlins ballverliebter Barde vor der verwaisten Ostkurve auftreten dürfte. Falls es tatsächlich noch zum Duell ohne Fans kommt, „singe ich vielleicht auf meinem Balkon, mit dem Schal umgehängt“. In der Zwischenzeit rettet Zander lieber ein paar Eckkneipen mit, plant eine Alternative zu seinem traditionellen Gänseessen für Obdachlose und versteigert mit dem Tagesspiegel von ihm bemalte Gesichtsmasken zugunsten von Zoo und Tierpark. Damit man dort wenigstens mitsingen kann: „Hier kommt Knut“.