„Keine verwertbaren Erkenntnisse“ zum Aquadom-Unglück: Berliner Senat weiß nichts von „mutmaßlich angelaufenen Ermittlungen“

Erstaunlich unbeteiligt gibt sich der Senat auf Anfrage. Es lägen keine Erkenntnisse vor, auch nicht im Bezirksamt. Und die Zuständigkeit wird weitergereicht. Von Nina Breher und Lotte Buschenhagen

„Keine verwertbaren Erkenntnisse“ zum Aquadom-Unglück: Berliner Senat weiß nichts von „mutmaßlich angelaufenen Ermittlungen“
Am 12. Dezember 2022 war das Riesenaquarium in Mitte zerborsten. Foto: Imago/Dirk Sattler

Besonders hartnäckig widmet sich der Senat offenbar den Ursachen der Explosion des „Aquadom“. Vor dreieinhalb Monaten zerbarst das Riesenaquarium in Mitte. Aufklärung? Fehlanzeige. „Keine verwertbaren Erkenntnisse“ liegen der Regierung bisher zum ausgelaufenen Riesenaquarium vor, nicht im Senat, nicht im Bezirksamt. In die „mutmaßlich angelaufenen Untersuchungen“ sei der Senat nicht eingebunden. Das geht aus einer Antwort auf eine Anfrage von Hendrikje Klein (Linke) hervor.

Wieso auch sollte man sich beim zuständigen Gebäudeeigentümer über die Aufklärung des Falls aufklären lassen? Mit Blick auf Lehren aus dem Vorfall gibt sich der Senat ähnlich entspannt: Zuständig seien die Bezirke. „Der Senat geht davon aus, dass der Vorfall (…) alle Beteiligten in den Bezirken in Hinsicht auf die zukünftige Genehmigungspraxis sensibilisiert hat.“ Da man keine Erkenntnisse habe, warum das Aquarium geplatzt sei, könne man „derzeit keine Aussage“ zu neuen Regeln oder Maßnahmen machen. Macht Sinn und folgt einer Berliner Verwaltungsweisheit: Wer von nichts weiß, muss nichts tun.