Galeria Kaufhof bleibt am Alex

So eine gute Idee hatte Berlin lange nicht: Ausgerechnet am Alexanderplatz, bisher mehr Stein als Sein und mit seinen Jahrmarkt-Bretterbuden höchstens Fluchtpunkt in die nächste Bahn, könnte aus dem alten Berlin etwas wirklich Neues entstehen. Galeria Kaufhof, das letzte Kaufhaus im Osten der Stadt, will sich hier auf kleinerer Fläche neu erfinden. Und im gleichen Haus könnte die Zentral- und Landesbibliothek (ZLB) sich selbst und dem von Hochhaus-Baustellen gesäumten Platz einen neuen Sinn geben.

Was im geschlossenen Galeries Lafayette an der öden Friedrichstraße nicht klappte (auch weil der damalige CDU-Kultursenator Joe Chialo ohne Absprachen und Partner vorpreschte), könnte nun vielleicht doch am ollen Alex gelingen. Die ZLB, bisher zusammengezwängt in der morschen, viel zu kleinen Amerika-Gedenkbibliothek in Kreuzberg sowie der maroden, nicht mal wasserdichten Landesbibliothek in Mitte, würde endlich an einem neuen Ort zusammenfinden. Und ein gemischtes, wissbegieriges Publikum anziehen, das dem Alex schon lange fehlt. Könnte Berlin hier endlich wieder eine Geschichte der Zukunft erzählen?

Nach Checkpoint-Informationen aus Senatskreisen soll in diesen Tagen der Kaufhaus-Eigentümer Commerz Real den Mietvertrag für Galeria Kaufhof zunächst bis zum Sommer verlängern. Damit gäbe es genug Zeit, alles neu aufzustellen und auszuhandeln. So kann die Finanzverwaltung etwa prüfen, ob Geld aus dem neuen Infrastruktur-Sondervermögen genutzt werden kann für Umzug und Neustart von Berlins durchgeblättertem Gedächtnis. Warum diese gute Idee Wirklichkeit werden sollte, erfahren Sie heute früh in einem Kommentar im Berliner Rundfunk und später auch auf www.tagesspiegel.de. Und was denken Sie dazu?