Union erstmals vor Hertha
Super Start von Jürgen Klinsmann: Als Neumitglied im Aufsichtsrat führte er im Olympiastadion von der VIP-Tribüne aus Hertha zur bisher knappsten Heimniederlage gegen Leipzig: Nach 1:4, 2:6 und 0:3 hieß es diesmal am Ende nur 2:4, und bei Union singen alle so: „Ha-Ho-Hehehe“ ...
… denn die Köpenicker konnten die Charlottenburger ausgerechnet am 9. November mit einem 3:2 in Mainz tabellarisch überholen ohne einzuholen - und erfüllten damit nach 54 Jahren die Ankündigung eines früheren Staatsratsvorsitzenden. „Ost-Club vor West-Club“ jubelt die „Berliner Zeitung“ (kleiner Hinweis von „Kraftklub“ dazu: „Für das nächste Mal dann Klub mit K!“) und meldet Vollzug: „So ändern sich die Zeiten“. Erst am Morgen hatten die Kollegen auf der Seite 1 eine „Zeitenwende“ verkündet, und am Tag zuvor erklärten die Neuverleger Silke und Holger Friedrich:
„Die letzte Spielzeit hat 30 Jahre gedauert, das Ergebnis ist ernüchternd, und nun ist die nächste Spielzeit eröffnet. Union spielt in der Bundesliga, wir haben wieder Klassenkampf in der Stadt, wir gewinnen und bleiben trotzdem fair. Eisern!“ Es kommentiert Walter Ulbricht: „Ist es denn wirklich so, dass wir jeden Dreck, der vom Westen kommt, nur kopieren müssen? Ich denke, Genossen, mit der Monotonie des Ha-Ho-He, und wie das alles heißt, ja, sollte man doch Schluss machen.“
Dass zum 11.11. beide Karnevalsvereine vom Rhein den Trainer-Blues haben, statt fröhlich zu Schunkeln, können sich die Berliner Klubs aber gemeinsam auf die Fahne schreiben: Mainz trennte sich nach der Pleite gegen Union von Sandro Schwarz, und in Köln ist nach dem Rauswurf von Achim Beierlorzer Ex-Hertha-Trainer Pal Dardai der Favorit für den Job als Chefcoach.