Berliner Kaserne nach Julius und Annedore Leber benennen? Bundeswehr ist skeptisch – Bezirksbürgermeisterin will mehr Repräsentation von Frauen

Wie in der Kaserne der im Widerstand engagierten Annedore Leber gedacht wird, sei laut Bundeswehr eine Entscheidung der Truppe. Mittes Bürgermeisterin positioniert pro Umbenennung. Von Stefan Jacbos.

Berliner Kaserne nach Julius und Annedore Leber benennen? Bundeswehr ist skeptisch – Bezirksbürgermeisterin will mehr Repräsentation von Frauen
Foto: IMAGO/Pond5 Images

Am Dienstag hatten wir hier über die Forderung berichtet, die Julius-Leber-Kaserne in Wedding auch nach Lebers Frau Annedore zu benennen, die sich ebenso wie ihr Mann gegen den Naziterror engagierte. Ein Sprecher der Bundeswehr schreibt dazu, das Thema sei aus einer Petition ans Verteidigungsministerium bekannt, aber Kasernen würden traditionell „von unten“ durch die Truppe benannt und die Namen durch den Verteidigungsminister gebilligt. Bei den in der unter diesem Namen weithin bekannten Julius-Leber-Kaserne stationierten Truppenteilen gebe es „derzeit keine Überlegungen“, die Kaserne umzubenennen, aber bei der geplanten Überarbeitung des Julius-Leber-Zimmers ebenda solle auch seine Frau als Teil der Ausstellung geehrt werden. Ebenso wäre eine Straßenbenennung in der Kaserne denkbar – wenn von der Truppe gewünscht.

Etwas engagierter klingt die Antwort von Mittes Bezirksbürgermeisterin Stefanie Remlinger (Grüne): Sie hege „sehr große Sympathien für diese Idee und halte eine Umbenennung persönlich für unterstützenswert“. Im Falle der Kaserne sei der Bezirk nicht zuständig, aber sehr wohl dafür, „die Rolle der Frauen in der Geschichte im öffentlichen Raum endlich angemessen und gerecht zu repräsentieren“, weshalb das Bezirksamt das mit Nachdruck verfolge.