Probebetrieb am BER mit vielen Baustellen

Zurück in eine Zukunft will auch endlich der BER fliegen. An der Absturzstelle politischer Karrieren und baulicher Brandbekämpfungsbeschleuniger versammelten sich am Dienstag 400 Freiwillige, um vor der immer noch möglichen Eröffnung am 31. Oktober versuchsweise in die Luft zu gehen. Für Jan Kuhnert war es schon das dritte Mal, dass er an der Startbahn eincheckt, für die weiterhin ein generelles Tag- und Nachtflugverbot gilt. 2012 hatte sich der heute 30-Jährige extra Urlaub genommen, um aus Boizenburg nach Berlin zu reisen und als Komparse beim Probebetrieb mitzuspielen. Der BER sollte kurz darauf eröffnet werden – aber irgendwas lief der Generalprobe einfach zu gut. Nun landete der Einzelhandelskaufmann wieder als Statist an der Schaustelle: „Ich bin gespannt, ob’s diesmal klappt.“ Doch schon bei der Ankunft am Morgen überraschten ihn die vielen Baustellen rund um das neue Terminal: „Da fragt man sich schon: Was ist in all den Jahren passiert?“

Und, wie fliegt sich’s so vom BER 2020 im Vergleich zu 2012? Nach dem Testtag erreichen wir Kuhnert telefonisch auf seinem Rückweg nach Boizenburg. „Letztes Mal waren sie koordinierter“, meint er. Seinen simulierten Flug hat er wegen diverser Verzögerungen im BERtriebsablauf verpasst – genau wie mein Kollege Lars von Törne, der ebenfalls als Proband dabei war (Erlebnisbericht hier). Die Flughafengesellschaft erklärte zwar hinterher, dass an Testtagen auch verpasste Flüge zum Programm gehörten. Kuhnert glaubt dennoch nicht, dass der BER pünktlich, also acht Jahre später, eröffnen wird: „Dafür haben die noch zu viel Arbeit vor sich.“ Schönefeld bleibt, was es ist: Berlins unschönes Feld.