Was, wenn sich Wegner und Günther-Wünsch streiten? Berlins Ex-Regierende Giffey erhielte Richtlinienkompetenz
Noch ist alles schön. Aber sollte es mal zwischen Berlins Politiker-Pärchen Wegner und Günther-Wünsch knallen, erhält Wirtschaftssenatorin Giffey die Macht. Von Anke Myrrhe
„Ich freue mich über das große Interesse an meiner Straßenbahn“, sagte Manja Schreiner gestern breit grinsend zum Beginn der Senats-PK. Zwinker, Zwinker… Natürlich weiß auch die Verkehrssenatorin, dass die neue Tram von Jungfernheide nach Reinickendorf zwar quasi in die Zukunft fährt (Stichwort: Urban Tech Republic), an diesem eisigen Tag aber wohl nicht so viele vom Ofen weggelockt hätte.
Zehn Minuten später war die Tram dann auch schon am Ziel und Senatssprecherin Christine Richter kam zur wirklich heißen Geschichte der vergangenen Tage. In der ersten Senatssitzung des neuen Jahres hat der Regierende Bürgermeister nun auch offiziell den Senat über seine Beziehung zur Bildungssenatorin informiert, eine Woche nach den ersten Berichten darüber. Für mögliche Konfliktfälle trotz all der Liebe hat er sich (verkündet vor Eintritt in die offizielle Tagesordnung), folgende Regelung überlegt: Wenn es in Zukunft Streit zwischen ihm und seiner Lebenspartnerin Katharina Günther-Wünsch gebe (natürlich rein politisch), dann vermittelt sein Stellvertreter, Finanzsenator Stefan Evers (CDU). Geht es allerdings ums Geld, dann muss die zweite Stellvertreterin vermitteln: Franziska Giffey (SPD), Wirtschaftssenatorin und Wegners Vorgängerin als Kurzzeit-Regierende.
Dass ausgerechnet Giffey nun quasi die Richtlinienkompetenz für das größte und teuerste Ressort erhält, entbehrt nicht einer gewissen Komik, zumal sie als Regierende der Stadt die wohl schlechteste Bildungssenatorin aller Zeiten bescherte – und deswegen schon vor der Wiederholungswahl ziemlich verkniffen auf die Vorstellung KGWs in Wegners Schattenkabinett reagiert hatte. Wie lange Giffey (die ja eigentlich gern wieder die ganze Macht hätte) diesen Liebespakt wohl mitträgt?
Übrigens: Wer bei privaten Streitigkeiten vermittelt, wurde selbstverständlich nicht geklärt, dafür müssen Sie nach wie vor Wegners Anwalt Christian Schertz Fragen, „zu privaten Angelegenheiten…“. Piiiiiiieeeeep