Die Rückkehr des Hedonismus in seiner hässlichen Art

Die meisten neuen Corona-Fälle gibt es bei 20- bis 29-Jährigen. Das liegt am Nachtleben. Die Feierwut in der Pandemie ist ignorant. Von Lorenz Maroldt

Die Rückkehr des Hedonismus in seiner hässlichen Art
Foto: Angelika Warmuth/dpa

Die meisten neuen Fälle gibt es bei den 20- bis 29-Jährigen. Und weil der Senat ausgerechnet an diesem Wochenende mitten hinein ins frische Infektionsgeschehen einen „Tag der Clubkultur“ feierte, wird das wohl auch so bleiben: Die als Rettungsmaßnahme gut gedachte 10.000-Euro-Auszeichnung von 40 Läden geriet nur hinter den Türen pandemiekonform – davor aber und in den Parks beteiligten sich tausende Tanzsehnsüchtige in der letzten lauen Nacht des Jahres mit dem Bier in der Hand am größten Corona-Inkubator der Stadt (hier ein kleiner Eindruck). Ich verstehe die Sehnsucht nach dem Nachtleben, nach Konzerten, nach dem Gemeinschaftsgefühl, und ich empfinde sie selbst (wie herrlich war’s z.B. beim letzten Lollapalooza). Ich verstehe die Lage der Clubs, die mehr als ein Almosen verdienen. Was ich nicht verstehe, ist die Rückkehr des Hedonismus in seiner hässlichen Art: ignorant und gemeingefährlich.