Die nächste S-Bahn-Krise droht in Berlin: Betrieb mit neuen Fahrzeugen muss wieder verschoben werden

Eigentlich sollte der Betrieb der neuen Fahrzeuge schon 2026 starten. Das Vergabeverfahren verzögert den Start jedoch auf 2031. Dabei werden schon 2029 zehn Fahrzeuge verschrottet. Von Christian Latz und Jessica Gummersbach.

Die nächste S-Bahn-Krise droht in Berlin: Betrieb mit neuen Fahrzeugen muss wieder verschoben werden
Foto: dpa / Bernd Settnik

Am Montag heißt es also S-Bahn fahren. Nur wie lange rollt die noch zuverlässig, fragen Experten. Am Horizont bahnt sich die nächste S-Bahnkrise immer konkreter an: Weil sich das große S-Bahn-Vergabeverfahren verzögert, muss der Senat den Start des ausgeschriebenen Betriebs mit neuen Fahrzeugen auf den Stadtbahn- und Nord-Süd-Linien zum x-ten Mal verschieben. Grund seien „noch andauernde Abstimmungen mit Brandenburg“, teilt die Verkehrsverwaltung mit. Auf der Stadtbahn soll es jetzt erst am 17. Februar 2031 losgehen. Im Nord-Süd-Netz am 28. April 2031. Der Betrieb mit neuen Zügen sollte dort ursprünglich bereits Ende 2026 starten.

Stattdessen muss jetzt die alte Flotte noch länger fahren – wenn sie denn durchhält. Schon 2029 müssen 10 S-Bahnfahrzeuge auf den Schrottplatz. Bis 2032 sollen dann 55 weitere folgen. Ob sie doch länger rollen dürfen, muss ein aufwendiger Rost-Test in diesem Jahr zeigen. „Die S-Bahn-Fahrzeugkrise von 2009 hatte die Deutsche Bahn zu verantworten. Die bald nicht mehr abzuwendende Fahrzeugkrise ab 2030 werden die Länder Berlin und Brandenburg zu verantworten haben“, befürchtet Igeb-Chef Christfried Tschepe.